Segeltörn 2005

Reisebericht

[Zurück]

Nach einer langen und harten Vorbereitung mit Höhen und Tiefen, Absagen und Last-Minute-Buchungen (wir sollten mal einen Frühbucher-Rabatt einführen) war es endlich so weit, der 08.10.2005 brach an. Mit dann doch noch 13 Teilnehmern ging es los Richtung Franecker, Holland.

Nachdem wir alles Gepäck bei der ¿Amicitia¿ an Bord hatten, verzog sich auch der Nebel ein wenig und Skipper Thomas schlug vor, Richtung Terschelling zu segeln. Die Begeisterung war sofort groß und dann hieß es auch schon Leinen los! Unser Steuermann Marcus schipperte uns durch den Kanal Richtung Schleuse in Harlingen und von dort aus setzten wir mit vereinten Kräften die Segel. Ob nun der Steuermann vom Kurs abgekommen ist oder der Wind sich gedreht hatte, ist nicht mehr nachvollziehbar, wiedergefunden haben wir uns nicht wie geplant auf Terschelling, sondern auf Vlieland. Nach dem traditionellen Anlege-Bier und einem guten Abendessen sind wir dann bei Gesellschaftsspielen und geistigen Getränken an Bord "versackt"

Auf die Leute, die es zeitig aus dem Bett geschafft hatten, wartete am Sonntag morgen ein herrlicher Strandspaziergang bei klarem Wetter. Diesmal stand der Wind günstig und es trieb uns nach kurzem Törn dann doch noch nach Terschelling. Dort setzten wir uns nach einem herrlichen Kibbeling an der Fischbude aufs Rad und erkundeten wieder einmal diese tolle Insel. Nicht nur die Landschaft hat einiges zu bieten, auch "wirtschaftlich" ist einiges los! So zogen wir dann nach Einbruch der Dunkelheit durch die gemütlichen Gassen und verweilten in dem einen oder anderen Lokal.

Unser Plan für Montag: Raussegeln, Sandbank suchen, trocken fallen, Krabben fischen, Muscheln suchen, Wattwandern, Robben ärgern! Wer so viel vor hat, bekommt schnell großen Hunger, deshalb zogen die Männer los zum Einkaufen ...

Trockenfallen lassen, das war selbst für die "erfahrenen" Segler unter uns was Neues. In Boxershorts und Fleecejacke machten wir dann mit unserem Skipper eine tolle Führung durch das Watt.

Nach gutem Essen erschien plötzlich Neptun, der Herrscher über die Meere, zur Taufe der 7 Erstsegler. Nach einigen Aufgaben zum Überlebenstraining im Meer erhielten sie dann doch noch die begehrte Tauf-Urkunde. Wer nachts noch frische Luft an Deck schnappen wollte, erlebte eine sagenhaften Sternenhimmel, der kaum zu beschreiben ist.

Trotz des steigenden Wasserstandes nach Ebbe ließen es sich Klaus und Norbert am Dienstag morgen nicht nehmen, eine neue Sportart auszuprobieren: Watt-Joggen! Brötchen haben sie leider nicht mitgebracht... Nachdem wir endlich eine Handbreit Wasser unter dem Kiel hatten, ging es los Richtung Harlingen. Dort angekommen, waren wir froh, mal wieder Land unter den Füßen zu haben. Das wurde natürlich ausgiebig in einer Kneipe gefeiert.

Für Mittwoch hieß der Plan: Ab ins Ijsselmeer in Richtung des schönen Städtchens Medemblick. Doch wieder mal hatte der Wind einen anderen Plan mit uns, denn er trieb uns nach Texel, wo wir auch Roland und seine Segel-Crew trafen. Dort angekommen kochten wir zuerst unsere selbst gesammelten Muscheln, bevor es mit dem Partybus ab in die Disco ging. Nach diversen Cocktails und ner Menge Bier ging es zur mitternächtlichen ¿Kinderstunde¿ zurück zum Schiff, für einige aber noch in die "Hafenspelunke".

Donnerstag war erstmal ausschlafen angesagt! Auch sonst hatten wir keine Eile, denn der Wind hatte heute wohl keine Lust?!? Wir haben sogar aus Langeweile Krebse im Hafenbecken gefangen! So kam es, dass wir unter Segeln aus dem Hafenbecken heraus gedümpelt sind. Bei absoluter Flaute trieben wir also vor Texel und nahmen bei schönstem Herbstwetter in der 14° warmen Nordsee ein Bad.

Nach den Wasserspielen veranstalteten wir dann noch das ultimative Krebs-Rennen in der Gangbord der Amicitia! Leider ist der führende Krebs durch einen Sprung ins Wasser ausgeschieden¿ Da der Wind selbst bei einer Wende immer noch nicht in die Segel blies, machten wir den Motor an, um nahe der Fahrrinnen zu ankern. So eine ungeplante Nacht auf See ließ uns auf die Grenzen unserer Lebensmittelreserven stoßen. Sogar der Biervorrat neigte sich dramatisch dem Ende zu!!!

Am Freitag morgen waren wir alle sehr erstaunt: Man konnte zum ersten Mal in dieser herrlichen Urlaubswoche die Sonne gar nicht sehen! Sollten wir denn am letzten Tag doch noch die Regen-Sachen aus der Tiefe der Reisetasche holen müssen? So kam es, dass wir bei Nieselregen und mit Motor-Unterstützung Richtung Heimathafen Franecker segelten. Es war nicht für jede/n Steuermann/frau einfach, den Kurs zu halten; erst recht nicht im engen Kanal von Harlingen nach Franecker.

So ging leider unser Segeltörn voller neuer Erfahrungen, Wäscheklammern und tollen Eindrücken langsam dem Ende zu. Tasche packen und Schiff aufräumen war angesagt. Nach einem letzten Kibbeling an der Fischbude setzten wir uns in die voll gepackten Autos und rollten Richtung Heimat. Die ersten Fotos mit einem kalten Veltins und ner ordentlichen Pizza genossen wir noch am gleichen Abend in gemütlicher Runde im Pfarrheim.

Gruppenbild